
vom 28. November 2011
von Barbara Müller
Ende November ein Tanz am Strand gefällig? Oder ein Ausflug in die wunderliche Welt von Mary Poppins? Vielleicht auch ein Besuch beim Barbier von Sevilla oder gar ein Rendezvous mit James Bond? Was sich wie die Auflistung vieler geheimer Wünsche liest, wurde am Samstagabend in der „Post“ in Oberteuringen zumindest musikalisch schöne Realität. Die Trachtenkapelle Oberteuringen hatte zu ihrem traditionellen Jahreskonzert am Vorabend des ersten Advents eingeladen und begeisterte die vielen Besucher einmal mehr mit ihrem musikalischen Können und einem rundum gelungenen Konzert.
Den musikalischen Auftakt übernahm die Jugendkapelle Oberteuringen unter der Leitung von Martina Moser. Mit „Fanfare and Flourishes“ von James Curnow, „Reflections“ von Johan Nijs und „Dancing on the Seashore“ von Jan Haderman gelang der Dirigentin mit den jungen Musikern ein glanzvolles Debüt. Scheinbar spielerisch meisterten sie mit allen Registern die Herausforderungen verschiedener musikalischer Aspekte. Erst im Sommer hatte Martina Moser die Leitung der Jugendkapelle von Sandra Kopp übernommen. „Der musikalische Nachwuchs in Oberteuringen ist echt gut“, lobte der Leiter eines Nachbarorchesters. Groß war dann auch die Freude, als Sepp Ruess die Jugendkapelle Oberteuringen mit einem Scheck über 1000 Euro bedachte. „Das ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für uns“, bedankte sich Karin Adebahr, die erste Vorsitzende des Musikvereins, bei Ruess für die große finanzielle Unterstützung der Jugendkapelle.
In die Welt der Hobbits und des Herrn der Ringe entführte die Trachtenkapelle Obertreuringen dann nach der Pause mit einer Komposition von Johan de Meij. Die „musikalische Wanderung durch den Elbenwald“, wie Moderatorin Anne Haag, die charmant durch das Programm führte, das Stück angekündigt hatte, begeisterte die Konzertbesucher. Als Dirigentin Sandra Kopp mit ihren Musikern danach aber die Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini präsentierte, gab es neben lang anhaltendem Beifall auch laute Bravorufe. „Man meint ja, man sitzt in einem großen Opernhaus“, sagte eine Besucherin fast ehrfürchtig. „Das ist nicht mehr zu toppen.“ Doch die Dame irrte: Auch der Ausflug auf den Urkontinent Gondwana („At the break of Gondwana“ von Benjamin Yeo) meisterten die Musiker eindrucksvoll. Fast glaubte man die Erdbeben und Erosionen zu spüren, den Wind zu fühlen und das Erwachen der vorzeitlichen Natur zu erleben.
Das Flügelhorn-Solo von Christian Giray in „Solo Bossa“ von Otto M. Schwarz und auch das Klarinettensolo von Jugendkapellen-Dirigentin Martina Moser in „If I had you“ von Shapiro, Campbell & Connelly zeigten neben den wichtigen Rollen der beiden Instrumente im Orchester vor allem auch Höchstleistungen der beiden Solomusiker. Bei Richard Shermans Melodien zu Mary Poppins summten einige Besucher nicht nur das „superkalifragilistischexpiallegorisch“ mit. „Jetzt freue ich mich auf James Bond“, flüsterte ein Besucher. Zu Recht: Das Arrangement bekannter Bond-Filmmelodien von Johan de Meij beherrschten die Teuringer nicht nur musikalisch. „Ihr Name ist Kopp – Sandra Kopp!“ lautete das Agenten-Motto. Versteht sich fast von selbst, dass die begeisterten Zuschauer die Trachtenkapelle nicht ohne Zugaben ziehen ließen. Mit einem fröhlichen Zirkusmarsch und dem abschließenden „Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ verabschiedeten die Musiker ihr Publikum in die Adventszeit. „Ich bin jedes Jahr wieder überrascht, zu welcher musikalischen Höchstleistung unsere Trachtenkapelle fähig ist“, staunte ein Oberteuringer. Der lang anhaltende Beifall zeigte, dass er mit seiner Meinung an diesem Konzertabend nicht alleine stand.